Die Rose in religionsgeschichtlicher Sicht Limmericks von Manfred Günther Dem Herrn Pfarrer ein Rosenstrauß zum Geburtstag! 1.) Die Bibel, obschon reich bebildert, von Blumen wie Rosen nichts schildert, denn in Psalm nebst Epistel gibt's nur Dornen und Distel... Es sei denn, im Koran man wildert! 2.) Der Koran in etlichen Suren rühmt die Frauen als "Rosennaturen". Was den Moslem betrifft, der nimmt ernst seine Schrift: Züchtet Rosen in Haremskulturen. 3.) Die Juden, die meist monogamen, tragen Rosen in blumigen Namen: Rosenberg, -tal und -mund, -kreuz, -kranz, -baum, -tal und -bund heißen "Rosen" aus Abrahams Samen. 4.) Manche Mönche im Klostergarten paarten Rosen sämtlicher Arten. Doch im großen und ganzen blieb's bei Paarung der Pflanzen, weil im Zölibat sie verharrten. 5.) Aus den Blumen wurden gebunden Rosenkränze für Andachtsstunden. Doch statt Rosen blieb nur eine Holzperlenschnur, weil sonst Dornen die Beter verwunden. 6.) Die blattlosen Rosen vom Ganges, Raritäten besonderen Ranges, sind nicht ohn' alles Grün durch Züchterbemüh'n, nein, den Kühen beim Fressen gelang es! 7.) Die Großblätterrose vom Indus ist beliebt bei Buddhisten und Hindus; man verreibt sie zu Brei und serviert sie mit Ei als Spinat, anstatt Iglo und Findus! 8.) Wenn arabische Derwische rasen und sich winden in Kultus-Ekstasen wird zerstampft unterm Fuß ein Berg Rosen zu Mus. - So spart sich der Derwisch die Vasen!