Weihnachten international Verschiedene Weihnachtsbräuche - Ausdruck menschlicher Vielfalt Die Weihnachtsgeschichte ist international. Die Menschen, die in ihr vor kommen, gehören den verschiedensten Ländern und Völkern an. Da ist zuerst einmal der Kaiser Augustus und sein Statthalter Quirinus. Beide sind Römer, man könnte auch heutzutage sagen: Italiener, die den Menschen in Syrien und Galiläa das Leben schwer machen. Dann sind da die drei Weisen aus dem Morgenland. Ihre Hautfarbe wird zwar im Matthäus-Evangelium nicht beschrieben, aber auf alten lkonen werden sie oft mit brauner, gelber und schwarzer Hautfarbe gezeigt, Das bedeutet, sie sind Repräsentanten des indischen, des asiatischen und des afrikanischen Kontinents. Und schließlich sind da die einheimischen Bewohner des Landes: der König Herodes, die Hirten und Maria und Josef, sie sind Juden oder Israelis. Sie müssen in ihrem kleinen Land Israel mit all den anderen fremden Nationen zusammenleben. Internationalität war schon damals lebensnotwendig. Weihnachten ist ein Fest, das die Grenzen unseres eigenen Landes sprengt und die verschiedenen christlichen Nationalitäten miteinander verbindet. In Skandinavien nennt man Weihnachten das "Julfest". Die christliche Tradition hat sich dort mit dem Brauchtum eines vorchristlichen Ernte und Mittwinterfestes verbunden. Das zeigt sich vor allem an der Wichtigkeit, die der Strohschmuck und alle Lebensmittel, die aus Korn gewonnen werden, bei diesem Fest haben. Es gibt Julbrot, Julbier und beim Schmücken des Hauses mit Stroh sagt man: "Wir tragen Jul ins Haus". In den orthodoxen Ländern Osteuropas wird Weihnachten nicht am Heiligen Abend, sondern am 6. bzw. 7. Januar, dem Epiphaniasfest, gefeiert. Dem Fest geht eine längere Fastenzeit voraus, die mit einem reichlichen Essen beendet wird. In der Ukraine besteht dieses Essen z.B. aus zwölf Gerichten, die an die zwölf Apostel erinnern sollen. In Serbien und Griechenland spielen die Weihnachtskuchen eine große Rolle. Oft ist in diese großen Kuchen eine Münze eingebacken. Wer nach der Verteilung des in der Kirche geweihten Kuchens das Münzstück findet, darf im kommenden Jahr mit Glück rechnen. In Italien heißt Weihnachten "Buon Natale", das heißt übersetzt: gute Geburt. Im Mittelpunkt von "Natale" steht nicht wie bei uns der Weihnachtsbaum, sondern die Krippe. Jede Kirche und jeder der es sich leisten kann, wetteifert mit den Nachbarn um die schönste Krippe. 24 Stunden vor Heiligabend wird gefastet, um 9 Uhr abends finden feierliche Gottesdienste statt und nach der Messe gibt es ein Festessen im Familienkreis mit Ziehen von Geschenken aus der "Urne des Schicksals", eine Art häuslicher Lotterie. In Spanien ist der Dreikönigstag wichtiger als der Heiligabend. Er heißt "dia de los Reyes Magos". Entsprechend der biblischen Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, die Geschenke brachten, erhalten die Kinder an diesem Tag ihre Geschenke, wenn sie am Vorabend ihre Schuhe auf den Balkon stellen und Heu für die Kamele der Heiligen Drei Könige daneben legen. In den angelsächsischen Ländern steht der Weihnachtsbaum im Mittelpunkt des Festes. Weihnachten heißt in England und USA "Santa Claus". Am Weihnachtsabend hängen die Kinder ihre Strümpfe in den Kamin oder an den Bettpfosten, damit Santa Claus, der mit einem Rentierschlitten über die Dächer reitet, seine Gaben durch den Schornstein werfen kann. In Irland besteht die Sitte, am Weihnachtsabend Kerzen in die Fenster zu stellen für alle, die wie Maria und Josef obdachlos und hungrig sind. All diese vielen Weihnachtsbräuche, so verschieden sie auch sind, haben einen gemeinsamen Inhalt. Sie feiern die Geburt Jesu, des Gotteskindes. Sie verbindet und eint uns Menschen über die Grenzen der Länder und Nationen hinweg. Gott kommt an Weihnachten zur Welt. Er kommt zur ganzen Welt. Gott ist international. Der Glaube an ihn vereinigt uns gerade an Weihnachten. Darum wollen wir den internationalen Horizont und die ausländischen Menschen unter uns nicht vergessen, sondern an Weihnachten herzlich mit ihnen zusammen feiern.