WAS WIRTSHAUSSCHILDER BEDEUTEN Ein Zauberwort des Vaters genügt, um seine vom Wandern ermüdete kleine Schar wieder munter zumachen: : ."Wir kehren ein - beim nächsten Wirtshaus! Wir kehren beim Gasthof "ZUM LAMM" ein. "Gibt's dort Schäfle?" will der Jüngste wissen. "Vielleicht", meint der Vater, "aber der Wirtshausname hat einen ganz anderen Sinn.": Ihr habt an Ostern ein solches Lamm, aus Biskuit gebacken, bekommen. Es trug eine Fahne mit dem Kreuzeszeichen, ein Hinweis auf Christus (1. Kor. 5, 7; Matth. 25, 17), der sich wie ein Opferlamm hingab um uns an Ostern mit neuem Leben zu stärken. Die "SONNE" wie auch das "KREUZ" ist ein Zeichen für Christus. Da die "Sonne" unseren Weg erhellt (Joh. 8, 12), wurde sie gerne ins Wirtshausschild aufgenommen. Oft wurden die Herbergszeichen auch biblischen Reisegeschichten entnommen. "DER STERN"- (Matth. 2, 10) , leuchtete einst den Weisen aus dem Morgenland voran und zeigte ihnen Weg und Ziel. Später hat man in den Weisen die Vertreter der Völkerwelt - nach den damals bekannten drei Erdteilen - als "KÖNIGE" oder "DREI KÖNIGE" erkennen wollen. Sie legten ihre "KRONEN", beziehungsweise ihre "DREI KRONEN" vor der Krippe des Christuskindes nieder. Einer von den drei Königen soll ein Mohr gewesen sein.. In späteren Jahrhunderten wollte man durch solche Wirtsschilder die weltweiten Beziehungen des Gasthofes herausstellen. Dass der wegweisende "ENGEL" bei vielen biblischen Reisenden, beispielsweise bei dem völlig ermatteten Elia (1. Kön. 19, 4- 8) einen Dienst tat, wurde auch der Herberge zum Zeichen. Der Prophet fand, auf des Engels Weisung Brot und einen Krug Wasser und "durch die Kraft der Speise" konnte er nun weiterziehen. Als Zeichen der Erquickung wurde auch "DIE TAUBE" gewählt. Sie erinnerte an Kaleb und die Kundschafter, die sie aus dem "Gelobten Land" dem Volk in der Wüste mitbrachten (4. Mose 13, 23 - 27). Manchem mag es auffallen, wie oft Tiere in den Wirtshausschildern erscheinen: Löwe, Adler, Ochse. Die Erklärung: Vor dem Throne Gottes schaut der Seher Johannes (Offb.Joh.4, 7.8) diese Vertreter der Schöpfung. Er erkennt als König der wilden Tiere den "LÖWEN"; als Herrscher der Lüfte den ,ADLER", als Repräsentanten der Gezähmten , den "OCHSEN". Fische gehörten nach antiker Vorstellung zum Meer , zur Unterwelt, sie konnten nicht vor Gott dienen. Als Vernunftwesen sieht er den Menschen, den "ENGEL". Der Kirchenlehrer Irenäus (140 - 190 n.Chr.) deutete die vier Wesen als Symbole der vier Evangelisten. Dementsprechend wählten die Herbergen ihre Wirtsschilder: ,Der Engel" für Matthäus, "Der Löwe" für Markus (man denke an den Markuslöwen von Venedig!) ; "Der Ochse" für Lukas; ,"Der Adler" für Johannes. Den frühen Herbergsvätern boten sich noch andere biblische Bilder an, die den Durst und Hunger zu stillen versprachen. "DER GRÜNE BAUM" wird im Psalm 1 genannt als Gleichnis für einen Menschen des Segens. - "Der ist wie ein Baum, gepflanzt den Wasserbächen.." Der Psalm 42 redet vom "HIRSCH": Wie ein Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Da gibt es den "SCHWANEN", Vom Schwan sagt man, dass er sein schönstes Lied als Schwanengesang beim Sterben singt. Wenige wissen es, wenn sie heute im - "Schwanen" einkehren, dass damit auf Christi Heilstat im Sterben angespielt wird. "DIE ROSE" ist ein uraltes Mariensymbol. Es geht wohl auf das. Hohe Lied Salomos, das Brautlied des Alten Testaments zurück (2, 1. 16; 4, 5). Die Marienlieder wurden gerne angestimmt, denn sie erinnerten an die Herbergssuche von Josef und Maria in der Heiligen Nacht. Da sie sonst keinen Platz in der Herberge fanden, mussten sie sich zur Krippe im Stall finden und der Christenheit erwuchs aus solcher Erfahrung die Aufgabe -"Gastfrei zu sein, vergesset - nicht, denn dadurch haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt" (Hebr.13,2). Herkunft: Volksweisheit