Ein reines Herz »Aber ein wahrer Christ muss doch wohl ein reines Herz haben!« sagte die Frau vom Westhof. Der Bauer sah sie an, lange und fragend. » Habt Ihr denn ein reines Herz, Mutter?« Die Frau wurde rot. »Wenn man Gott richtig um ein reines Herz bittet, so ist es klar, dass man es bekommt! « »Habt Ihr Gott um ein reines Herz gebeten, Mutter?« Die Frau wich seinem Blick aus und wand sich ein bisschen. »Gott ist allmächtig«, sagte sie und er erfüllt unsere Bitten. Wenn man Gott richtig um ein reines Herz bittet, so muss man es bekommen.« »Wann wurdet Ihr gerettet, Mutter?« fragte der Bauer. »Vor fünfzehn Jahren! « antwortete die Frau ein wenig ärgerlich. Wollte jemand in Frage stellen, dass sie ein Gotteskind war? »Dann glaube ich, dass Ihr Gott fünfzehn Jahre lang um ein reines Herz gebeten habt aber Ihr habt es nicht bekommen«, sagte der Bauer ruhig. »Mir geht es ebenso. Aber heute habe ich begriffen, dass auch mein unreines Herz um Jesu willen unter der Gnade stehen kann. So werde ich als Sünder erlöst und Jesus allein gebührt die Ehre.« »Sünder werden nicht erlöst«, sagte die Frau scharf, »sondern wer sich bekehrt und glaubt.« »Ja«, sagte der Bauer, »aber sich bekehren heißt zur Gnade fliehen und glauben heißt an Jesus allein glauben. Das ist Erlösung für Sünder. Eine andere Erlösung gibt es nicht.« »Leugnet Ihr dann, dass Gott ein böses Herz umschaffen kann, so dass es rein wird?« Der Kaufmann hatte gefragt. Er sah die Süddorfleute scharf und misstrauisch an. »Das zu leugnen wäre gottlos«, beeilte sich Fridfeldt zu antworten. »Gott kann tun, was er will. Aber es ist weder so, dass Gott dem Menschen ein reines Herz geben muss noch so, dass der Mensch ein reines Herz haben muss ehe er ein Kind Gottes sein darf. Gott erlöst uns aus Gnade auch mit unseren unreinen Herzen. Der Grund des Gnadenstandes ist nicht unser Herz, weder rein noch unrein, sondern Jesu Gerechtigkeit und Verdienst.« Bo Giertz